Helge Hommes

& Galerie Am Elisengarten

HELGE HOMMES & GALERIE AM ELISENGARTEN

 

Ein Portrait.

 

Der 1964 in Schwelm geborene Autodidakt Hommes arbeitete zunächst als Straßenmaler.

1993 zeigte er seine erste Einzelausstellung in Wuppertal, 1996 wurden seine Arbeiten erstmalig auf der Art Frankfurt ausgestellt.

Seitdem beschickt Helge Hommes regelmäßig Einzel- und Gruppen-ausstellungen in Galerien, Kunstvereinen und Museen sowie Kunstmessen im In- und Ausland.

2002 wechselte er den Lebensraum und zog nach Aachen, im selben Jahr verlieh die Stadt Trier ihm den Ramboux-Preis; ab 2012 lebte und arbeitete Hommes zunächst paralell in Aachen und Leipzig, seit 2017 ausschließlich in Leipzig.

Ankäufe durch öffentliche und private Sammlungen spiegeln seinen Weg; das Düsseldorfer Museum Kunstpalast kaufte 2010 im Anschluß an die Große Kunstausstellung NRW eine Arbeit aus seiner Werkreihe „Waldesruh“ an. Diese wird aktuell im Bereich "Moderne" innerhalb der permanenten Kollektion des Museums präsentiert. Das Haus der Geschichte in Bonn kaufte 2020 eine Arbeit aus der Werkgruppe der HAMBI-Gemälde / Rote Linie.

In seinen großformatigen Baumportraits zeigt Hommes die Architektur der Natur: " … hinsehen, demütig fühlen, erkennen. Davon für's Leben lernen, … ganz einfach."
Er vermittelt das Wesen der Bäume; mit tiefdunkelgrüner Ölfarbe bannt er Nadelbaumsilouetten fast wie Kalligrafien auf Leinwand. Schwarz - weiße Astgebilde, immer im
Ausschnitt fokussiert, prägen sein Werk. Das Baumskelett, das Rückrad bar gegen den weißen Himmel, die Leere als Gewand, …auf der Suche nach Erkenntnis. Prof. Dr. Wolfgang
Becker schrieb hierzu: "die reliefierte Farbpaste schiebt sich durch den weißen Farbraum wie der Ast eines Baumes im Frühling, der der Sonne entgegenwächst."

"Kunst = Leben + Leben = Kunst". Dieser Grundsatz von Joseph Beuys und dessen Philosophie, zentral "die Soziale Plastik" bestimmen heute das Schaffen von Hommes… bzw. sein Leben. Der Sperrmüllbaum im Aachener Wald von 2011 - im Rahmen des Land-Art-Festival, im Jahr 2013 Performances und Lesungen im New Yorker Central Park und am Times Square, im selben Jahr ein Müllprojekt mit Schülern der Grundschule Hanbruch. Diese und andere Projekte münden in der Streitschrift "Das Manifest - Helge macht Feuer" und der Werkreihe Morgenland.

"Seine Arbeiten sind durch und durch mit einer spürbaren stillen Frage an den Betrachter durchwoben, die so typisch für Helge Hommes als Mensch ist. Er fragt uns: ‚Wie wollt Ihr leben?‘ und verlangt von uns den Willen zur verantwortlichen Gestaltung unserer selbst, unserer Welt und uns in der Welt. So stellt sich Helge nun schon seit Jahrzehnten mit seinem Werk gegen die Religion des Konsums, gegen das Verrohen sozialer Beziehungen, gegen die materielle Gier einiger und das Wegschauen anderer." (Raphael Petrov, Galerie Raphael / FfM).

Als Straßenmaler in Trier, 1989

1987 / 88 zog Hommes nach Trier, in die Stadt seines Vaters. Dort reifte seine Entscheidung, einen alternativen Lebensweg einzuschlagen. Bis 1992 / 93 verbrachte er ein zwiegespaltenes Malerdasein: tagsüber als Straßenmaler in der Fußgängerzone - abends in der Garage, die zum Atelier wurde.

Hommes mit "... gute Nacht… und träume was Schönes", Öl/LW, 200 x 150 cm, 1989

Über diese intensive Zeit schreibt Hommes: "Aus einem explosiv geladenen Gefühls-Cocktail, der sich aus politischem Querdenken mit sich anschließenden Aktivitäten und dem Aufeinandertreffen mit der Kunstwelt bildete, entstanden die ersten sehr expressiven Bilder. Man konnte sich ausdrücken, … die Frage, wo sonst diese Energie zum Ausbruch gekommen wäre, stand im Raum. Mit Kunst hatte das nichts zu tun … und doch ganz viel."

Der Titel "ein Satz, der immer wohl gut gemeint ausgesprochen wird. Die Brisanz, dass eventuell nicht so schöne Lebensumstände, erst recht, wenn man sie wahrnimmt, oder man sich täglich damit auseinandersetzen muss, einem nicht gerade Hoffnung auf schöne Träume oder gerade auf schöne Träume machen, klingt in diesem Bild wieder."

„ZAK - American“, 130 x 150 cm, Mischtechnik auf Leinwand, 1993

Die Werkgruppe „ZAK - Zyklus Ausgrabungen-Kindereien“ entstand, in der Hommes sich mit philosophischem Ansatz dem Thema "Werden und Vergehen" zuwandte. Die Expressivität wich einem Bedürfnis "tiefer zusehen".

„Ich verarbeitete damals Bilder, Zeichnungen meiner Kinder, die zur Zeit, als der „Gameboy " aufkam, entstanden (…) Die Kinderzeichnungen wurden als Zeitrelikt auf dem Bildträger fixiert, …der dann mit Asche und anderen Materialien zucollagiert zu einem archäologischen Ausgrabungsfeld mutierte.
Die Kinderzeichnungen von damals dienen uns heute als Spiegel, sie sind die Hieroglyphen von gestern, bezeichnend für die Gegenwart von Morgen“.

„Waldesruh“, 250 x 200 cm, Öl auf Leinwand, 1997

Konsequent auf die vergangenen Jahre zurückblickend, reifte in Hommes das Gefühl, sich mit der Frage des "Seins"  im Kontext  "des Gegenüber <> der Natur " auseinander setzen zu müssen.
"Die Natur - Der Baum … als Gegenüber". Ein Gegenüber im Sinn der Frage "wer bin ich, was mache ich hier auf dieser Welt?" war gefunden.
Die Architektur der Natur wurde nun über Jahre sein Forschungs- und Erkenntnisraum.
Die "Waldarbeiten", eine erste große neue Werkgruppe, die zwischen 1997 und 2001 in einem alten Bauernhaus im Hunsrück entstand, wurde das Fundament für seine neue Malerei.

Der persönliche Ground-Zero

Wenige Gehminuten von seinem Aachener Atelier stand ein imposanter alter Baum. Er sollte mit den Jahren so etwas wie ein Freund für den Künstler werden. Immer wieder porträtierte er ihn, mal fotorealistisch auf wandfüllender Leinwand, mal in kleinen Ölskizzen. Dann wurde der Baum gefällt. 

"Mein persönlicher Ground Zero liegt 5 Minuten von meinem Aachener Atelier entfernt, zwischen einer stark befahrenen Kreuzung und einem stillgelegten Straßenabschnitt (...) Der alte Baum, der dort stand, den ich immer wieder anfragend über viele Jahre aufsuchte und malte, steht nicht mehr. Ein Beamter der Stadt beschloss: '… der Baum muss weg, er stört, … er ist eine Gefahr!' Sie haben den Baum dann abgesägt. Warum? … er soll krank gewesen sein, er war krank! (…) Wenn er wirklich eingestürzt wäre, wäre er wenigsten in Würde gestorben."

"Du"

200 x 300 cm

Öl auf Leinwand, 2010

"Ground-Zero"

190 x 300 cm

Öl auf Leinwand, 2016

"Sperrmüllbaum"

ca. 13 Meter hoch

Eine Großskulptur als Beitrag zum Land-Art-Festival Grenzkunstroute 2011 als Denkmal der Verschwendung von Rohstoffen.

Ingrid Peinhardt-Franke schrieb damals: "Wie ein modernes Gemälde ist die Komposition des Müll-Kunstwerks angelegt - farbige Platten in madonnenhaftem Blau korrespondieren mit dem Licht des Himmels, braune Möbelemente mahnen ihre Herkunft aus dem Wald an."

Fortsetzung folgt...

 

 

 

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